Unter dem Begriff ‚Living History‘ finden sich in der Geschichtskultur vielfältige Inszenierungen historischer Lebenswelten, die sich einer zunehmend wachsenden Beliebtheit erfreuen: In Freilichtmuseen, historischen Stätten, TV-Dokumentationen oder auf Events und archäologischen Themenwegen (‚themed-walks‘) wird die Vergangenheit durch Re-Enactors – Personen, die Historisches nachempfinden – dargestellt. Am Beispiel der bislang wenig beachteten, jedoch öffentlich sehr präsenten Ur– und Frühgeschichte sollen populäre Geschichtsrepräsentationen untersucht werden. Das Augenmerk liegt dabei auf ihrem Verhältnis zur akademischen Archäologie, den didaktischen Konzepten sowie den persönlichen und ggf. professionellen Vorwissen der Re-Enactors sowie ihrer Motive. Darüber hinaus werden die Darstellungen und Inszenierungen selbst in den Blick genommen, also die Narrative, Visualisierungen und deren Umsetzung.
Das interdisziplinäre Projekt wird von der VolkswagenStiftung gefördert und durchgeführt am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) und an der Universität Tübingen (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft). Projektleiter sind Prof. Frank Bösch (ZZF Potsdam), Dr. Stefanie Samida (ZZF Potsdam) sowie Prof. Bernhard Tschofen (EKW Tübingen).