Performative Praktiken des Wissenstransfers

Eine Eth­no­gra­phie prä­his­to­ri­scher Themenwanderwege

Bern­hard Tschofen, Sarah Will­ner

Das Teil­pro­jekt der Empi­ri­schen Kul­tur­wis­sen­schaft ver­steht das Wan­dern auf prä­his­to­ri­schen The­men­we­gen als Living History. Unter­sucht wer­den sol­len hier nicht etwa thea­trale Insze­nie­run­gen von Ver­gan­ge­nem, son­dern die im Rah­men des Wan­derns statt­fin­dende per­for­ma­tive und erleb­nis­ori­en­tierte Aneig­nung von Wis­sen. Beleuch­tet wer­den die Umgangs­wei­sen mit den im Rah­men der Wan­der­wege ange­bo­te­nen Wis­sens­for­ma­ten und die Aus­le­gun­gen der Wis­sens­be­stände. Es geht also im Beson­de­ren um die Trans­fer­dy­na­mi­ken zwi­schen Wis­sen­schaft und Öffent­lich­keit und die dabei gene­rier­ten Geschichts­bil­der. Das Pro­jekt fragt nach dem Ver­hält­nis von sub­jek­ti­ver Erfah­rung und den impli­zi­ten und expli­zi­ten Infor­ma­tio­nen am Rand des Weges. Ein beson­de­res Augen­merk liegt dem­ent­spre­chend auf der Bewe­gung im Raum und dem Erle­ben von ‚Authen­ti­zi­tät‘. Ihre zen­tra­len Kon­zepte und Begriffe bezieht die Arbeit aus der Living History-Forschung, der Raum– bzw. Land­schafts– und Kör­pe­ran­thro­po­lo­gie und der kul­tur­wis­sen­schaft­li­chen Emotionsforschung.

OetziGletscher600

© arche­o­Parc Schnalstal

Zwei sehr unter­schied­lich beschaf­fene Fel­der wer­den für die Ana­lyse besucht: Zum einen die The­men­wan­der­wege um die Fund­stelle der Glet­scher­mu­mie „Ötzi“, zum ande­ren der um die archäo­lo­gi­sche Fund­stelle Heu­ne­burg bei Hun­der­sin­gen ange­legte Wan­der­weg. Mit eth­no­gra­fi­schen Metho­den sol­len hier über län­gere Zeit­räume hin­weg die Rezep­ti­ons­modi der Living History erkun­det wer­den. Gelei­tet wird die Eth­no­gra­fie vom Inter­esse an der Kom­mu­ni­ka­tion und Gene­rie­rung von Geschichts­wis­sen und an der Her­stel­lung von Authentizität(serlebnissen).